So gelingt das perfekte Selfie | Mein Expertentipp

Wer steckt hinter der Kamera?

Letztes Jahr wurde mir bewusst: Einige kennen zwar deinen Namen, kennen deine Bilder, aber würden dich niemals persönlich auf der Straße erkennen. Deshalb möchte ich mich heute, am ‚Tag des Selfies‘ mit einem persönlichen Expertentipp zum Phänomen Selfie zu Wort melden.

Ein Leben hinter der Kamera hat Vorteile. Ich bin unbeobachtete Künstlerin und erzähle mit meinen Bildern Geschichten. Was ist dann der Nachteil? Definitiv, dass viele nicht wissen, wer man eigentlich ist. Dies wurde mir insbesondere letztes Jahr auf einem Meetup in Gießen bewusst. So viele großartige Fotografen, Models, Dienstleister – doch obwohl ich mit einigen schon virtuellen oder telefonischen Kontakt hatte, musste ich mich nochmal namentlich neu vorstellen. Das war ernüchternd, denn man konnte nicht mal spontan rüber winken und den Gesprächseinstieg dadurch erleichtern.

 

Über persönliche Problematiken …

Es ist aber auch schwierig, spontan schöne Bilder von sich zu finden oder zu machen, die man dann mit der Öffentlichkeit teilen kann. Ich bin leider einfach kein leidenschaftlicher Selfie-Typ. Natürlich habe ich alles versucht, mich damit anzufreunden, aber kaum geht die Frontkamera an, sehe ich auf den ersten zehn Versuchen nicht gerade entspannt aus. Ganz seltsames Phänomen… Ich frage mich: Bin ich die Einzige, die so empfindet?

Ich lebe definitiv von den Schnappschüssen, die gute Freunde machen. Von lieben Menschen aus meinem Umfeld, die ihre Wertschätzung zurück reflektieren wollen. Dafür bin ich sehr dankbar! 

 

Die eigene Komfortzone verlassen

Und so kam es zu meinem aktuellen und allerersten Portraitshooting: Wie so oft wird mein Gedankenkarussel nachts am aktivsten und nachdem ich im Winter wieder sehr viele Portraitkunden hatte, wollte ich selbst auch mal portraitiert werden. Mich in die Hände eines anderen Künstlers begeben, über den Tellerrand hinausschauen und meine eigene Komfortzone verlassen.

Allein die Vorbereitung war spannend: Welchen Fotografen buche ich? Was ziehe ich an? Wie wird der Look und wo lasse ich mich stylen? (Danke an dieser Stelle liebe Michelle Mantey für das zauberhafte Make-Up!)   …. was war ich aufgeregt! Ob es meinen Kunden wohl auch manchmal so geht? 

Schreibt mir doch mal, wie sich für euch die Vorbereitungen anfühlen oder angefühlt haben oder warum ihr euch bisher noch nicht getraut habt, ein Shooting zu buchen. Finde diesen gemeinsamen Austausch mit euch total spannend!

 

Das absolute No-Go

Was ich mehrfach in der Zeit zuvor gehört habe: Stell mir deine Kamera ein, ich mach Bilder von dir und bearbeiten kannst du ja. Du brauchst doch kein Geld für Bilder ausgeben.

Darauf kommt es aber beim Fotografieren nicht an. Es geht um die Inszenierung, das Storytelling – es geht um so viel mehr als nur den Auslöser zu drücken! 

 

Mein Fazit über das neue ICH

Auf den ersten Blick habe ich mich auf diesen Bildern selbst kaum erkannt … ohne das 28 Jahre lang gewohnte ‘Cheese’-Lächeln. Außerdem trage ich selten so viel Jeans und vor allem nie bauchfrei. Danke Christoph Gellert für die inspirierende Zeit, durch deine künstlerische Art habe ich mich neu kennengelernt. 

Ich mag dieses andere Ich!

Mein persönliches Fazit: Ein Fotoshooting anstatt Selfie Zirkus ist total bereichernd und pusht das Selbstbewusstsein. Man ist stolz sich getraut zu haben, möchte die Bilder am liebsten entwickeln lassen und in einer Erinnerungsschachtel für immer aufbewahren. 

 

Eure Jennifer